Vorgestern morgen, als der Wecker um 10 vor 7 klingelte, weil ich um sieben beim Ergometertraining sein sollte, saß ich auf dem Bettrand und merkte plötzlich sehr deutlich, dass ich nicht mehr kann. Dass ich total erschöpft bin und grade keine Kraft mehr habe.
Mit Ankunft in der Klinik – nein, eigentlich schon mit dem Anruf 5 Tage vorher, dass ich kommen kann, stieg mein Aktivitätslevel von ca. 30 auf 180. Seitdem gebe ich Vollgas mit einem komplett durchgetakteten Terminplan (Sport, Gruppen, Therapie und Essenszeiten) und einer für mich irrwitzig hohen Anzahl an fremden Menschen. Und dann gehe ich auch noch in Verlängerung.
Natürlich gibt es Pausen zwischen den einzelnen Sachen (meistens jedenfalls, manchmal reicht die Zeit auch grade eben zum duschen und umziehen) und am Wochenende ist frei bis auf die festen Essenszeiten, aber da ich so lange vorher im Verhältnis so wenig getan hab und unterwegs war, wundere ich mich eigentlich, dass ich immer noch irgendwie durchhalte und weiter mache. Aber ich bin jetzt wirklich müde und hart an meiner Grenze.
Eine Woche und zwei Tage habe ich noch hier. Natürlich gebe ich nicht auf so kurz vor Schluss, aber ich werde das Programm eigenmächtig etwas reduzieren und auf jeden Fall die beiden Ergometertermine am Morgen ausfallen lassen. Die PMR steht schon nicht mehr auf dem Plan, die brauche ich auch nicht mehr. In der MTT gibt es nur noch 5 Minuten Radfahren zum Aufwärmen und danach nur Gerätetraining. Ich brauche die Kraft für die Gruppentherapien, weil die mir richtig gut tun. Da am Donnerstag zwei Menschen aus der Ankommensgruppe abreisen und wir dann nur noch zu zweit sind, wird es ebenfalls ruhiger.
Und zuhause brauch ich erstmal Urlaub.

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